Als Veganer durch Namibia

Ich lebe nun seit 2,5 Jahren pflanzenbasiert und glutenfrei, seit einem Jahr zu 99% rohvegan.

Als mein Mann mich vor einem halben Jahr überraschte und eine Reise nach Namibia gebucht hatte, stieg sofort die Frage in mir hoch:

„Wie soll ich mich dort ernähren?“.

 

Ich freute mich riesig auf die Reise, da ich Afrika liebe.

Als „Auslandsdeutsche“ wurde ich vor 50 Jahren in Kairo/ Ägypten geboren und wuchs dort 7 Jahre lang auf.

Meine Eltern sind viel mit mir gereist, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und Eurasien.

Als Erwachsene konzentrierte ich mich jahrzehntelang auf Reisen in die USA und  nach Asien ( Philippinen, Thailand, Malediven, Arabische Emirate).

Immer wieder habe ich davon geträumt, auszuwandern, da ich mit Deutschland nie richtig warm geworden bin.

Obwohl es mir hier gut geht, fühlt sich ein Teil in mir nicht ZUHAUSE.

Deshalb hat mein Mann diese Reise gebucht.

Er wollte mit mir in ein Land, das ihn schon lange anspricht und von dem er wusste, dass ich es liebe.

Denn 1989 war ich bereits in Namibia und fand es wunderbar.

Damals war ich aber noch nicht vegan.

 

Also begann ich meinen Rucksack für diese Reise zur Hälfte mit Kleidung, Kosmetik, Hausapotheke und zur anderen Hälfte mit Nahrungsmitteln zu packen.

Mir war klar, dass ich mich in Afrika nicht komplett rohvegan ernähren würde können und stattete mich mit folgenden Dingen aus:

-Rohkostcrackern

-Chlorella

-Rohveganes Brot

-Buchweizenkeime

-Nüsse

 

Ich stellte mir vor, dass es in Supermärkten vor Ort auf jeden Fall frisches Obst und Gemüse, sowie Mais-, Reiswaffeln und Datteln zu kaufen geben würde.

So war es auch!

Es war mir jedoch nicht bewusst, dass es Supermärkte dieser Grössenordnung eben nur in den Städten oder grösseren Orten gab.

Auf dem Land, im Gebirge, der Etosha-Pfanne und im Bush gab es gar nichts.

Dort musste man sich mit dem begnügen, was einem in der Lodge oder im Camp serviert wurde.

Und das waren bereits vorbereitete Abendessen, die man nicht wirklich variieren konnte.

In einem Land, dass sich durch einen hohen Fleischkonsum auszeichnet, ist es gar nicht so einfach, als Veganer durch zu kommen.

Man wird immer etwas mitleidig angeschaut, wenn man darum bittet, nur das Gemüse alleine, und bitte nicht in Butter geschwenkt, zu bekommen. Frische Salate, wenn sie angeboten werden, sind meist grosszügig mit Käse und Ei bestreut.

Man sagt ganz deutlich, dass man den Salat, der mit Hühnchenfleisch angeboten wird, ohne Fleisch bekommen möchte. Einfach nur den puren Salat.

Was wird serviert?

Salat mit Käse und Ei.

Die Leute dort können es einfach nicht fassen, dass man tatsächlich kein tierisches Produkt essen möchte.

Dennoch bin ich nicht verhungert und habe immer noch genug Nährstoffe zu mir genommen.

Denn, was wirklich eine grossartige Erfahrung sein sollte ist die Tatsache, dass es zwei Supermarkt-Ketten in Namibia gibt, die mich mehr als überrascht haben.

Sie sind teilweise besser ausgestattet als deutsche Supermärkte.

Wer in den USA bereits bei „Wholefoods“ eingekauft hat, kann sich vorstellen, was mich in Windhoek bei “ Food lover’s“ und in Swakopmund bei „Superspar“ erwartet hat.

Ich traute meinen Augen nicht, als ich mehrere Regale voller Superfoods, Pflanzenmilch-Varianten, rohen Nüsse, Leinsamencrackern, rohveganem Crunchy-Müsli, rohveganen Powerriegeln,Xylit, Bentonit, Tamari, Kokosmehl, Quinoa, und vielem mehr vor mir sah.

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Ausserdem fand ich in einem Drogeriemarkt in Windhoek ein riesiges Sortiment an homöopathischen Mitteln, die mich an die Regale bei Wholefoods erinnerten.

 

Mein Fazit ist, dass man auch als Veganer entspannt nach Namibia reisen kann, sich aber darüber bewusst sein sollte, das  man sich auf einer Rundreise durch dieses wunderschöne und bezaubernde Land unbedingt in den Städten ( Windhoek und Swakopmund) einen Vorrat an Lebensmitteln besorgen sollte, um unterwegs ausreichend genährt zu sein.

 

Denn je nachdem, in welchem Camp oder welcher Lodge man übernachtet, ist das Essen bereits vorbereitet .

Manchmal gab es statt frischer Früchte, Dosenfrüchte zum Frühstück, die mich genauso wenig angelacht haben, wie Würstchen und Rührei.

Deshalb mein Rat an dieser Stelle:

Deckt euch mit Lebensmitteln ein, für den Fall, dass das Büffet nichts für euch bereit hält. Dann gibt es keinen Stress wegen des Essens.

 

Denn eine Reise durch Namibia ist ein solch atemberaubendes Erlebnis, das man in jeder Sekunde geniessen sollte.

Ich habe mich verliebt….in ein Land voller bezaubernder Menschen, die zugegebener Weise nicht unbedingt so schnell sind, wie wir es in Europa gewöhnt sind.

Aber genau das ist der Charme….die Entschleunigung!

Und ausserdem hat dieses Land eine magische Naturkulisse zu bieten.

Eine solche Vielfalt an Eindrücken kann man vielleicht in einem riesigen Land, wie den USA noch erleben, aber auf dieser „kleinen“ Fläche habe ich eine solche Variabilität noch nicht erlebt.

Es gibt Canyons wie in den USA, es gibt Wüsten wie in den arabischen Ländern, es gibt Berge, Schluchten, Täler, Seen, Meer, Buschlandschaften und Savannen.

Ausserdem gibt es verschiedene Klimazonen…..am Atlantik fühlt man sich tatsächlich wie an der Nordsee, im Busch und der Wüste wie in Afrika und am Fishriver-Canyon wie in der Schweiz oder dem Grand Canyon.

Dieses Land wartet mit unglaublichen Kulissen und Kraftplätzen, einer traumhaften Fauna und Flora auf.

Es heisst doch, dass die Wiege der Menschheit in Afrika liegt……das glaube ich wirklich nach dieser Reise.

Namibia hat mich berührt und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort war.

Als das Flugzeug in Richtung Frankfurt startete hatte ich Tränen in den Augen und es kam mir ein Gedanke:

“ Born in Africa-Died in Africa!“

Das soll auf meinem Grabstein einmal stehen:-)

 

Von Herzen

Karin

 

 

 

Herzlichst

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