Kinder wissen besser, was gesund für die Zähne ist

Kinder greifen meist zu schädlichen Süssigkeiten, weil sie es nicht besser wissen. Dabei haben sie ein natürliches Gespür für die richtigen Nahrungsmittel. Dies zu fördern ist der Schlüssel zu besseren Zähnen.

Kinder greifen meist zu schädlichen Süssigkeiten, weil sie es nicht besser wissen.

Dabei haben sie ein natürliches Gespür für die richtigen Nahrungsmittel. Dies zu fördern ist der Schlüssel zu besseren Zähnen.

Es ist ein Trugschluss, wenn man Kindern unterstellt, sie wollten immer nur ungesunde Dinge essen
Als Zahnärztin erlebe ich bereits seit mehr als 25 Jahren die Dramen um Karies in Kindermündern. Immer wieder finden sich Familien in meiner Praxis, meinen Coachings und Workshops ein, die der Meinung sind, dass Karies entweder vererbt sei und demnach unvermeidbar oder die „Schuld“ am Entstehen der „Löcher“ den Kindern geben. Es läge daran, dass sie immer so viel Süssigkeiten verlangten. „Mein Kind will eben immer Bonbons“, “ Auf die Limonade kann mein Sohn nicht verzichten“, „Wenn ich meiner Tochter die Schokolade wegnehme, dann wird sie hysterisch“, „Ach was, wir haben früher auch Süssigkeiten gegessen. Das gehört halt zum Kindsein dazu“,…Solche und noch viel mehr Aussagen darf ich mir nun seit vielen Jahren anhören. Aber wollen die Kinder wirklich diese Süssigkeiten?

Die Frage ist vielmehr, wer den Kindern diese Süssigkeiten anbietet

Natürlich kann ein Kind erst dann bestimmte Süssigkeiten einfordern, wenn es sie vorher einmal angeboten bekam. Meist durch die Eltern oder Großeltern. Andererseits werden Kinder, die bereits sehr früh vor dem Fernseher „geparkt“ werden, auch durch die Werbung mit gewissen Süssigkeiten konfrontiert. Sobald die Bezugspersonen des Kindes keine „zahngesunden“ Alternativen anbieten oder vielmehr selber „ungesunde“ Süsswaren konsumieren, sitzt das Kind in der Falle.

Kinder sind extrem neugierig und Neuem gegenüber aufgeschlossen

Immer wieder konnte ich feststellen, dass Kinder ein sehr gutes Bauchgefühl haben und je nachdem, wie sie an Themen herangeführt werden, offen und motiviert sind.

Wenn ich über „zahngesunde“ Ernährung in meiner Praxis aufgeklärt habe, waren es meist die Kinder, die sofort motiviert waren und die Eltern, die immer wieder Erklärungen fanden, warum sie eine neue Ernährungsvariante ablehnten. „Das geht in unserer Familie nicht“, „Meine Kinder machen das nicht mit“, „Das ist viel zu teuer“, „Das ist zu kompliziert“, „Dafür habe ich keine Zeit“, „Wir sind auch ohne dieses neumodische Zeug groß geworden“,…

Wie sollen Kinder, deren Eltern bereits im Vorfeld Veränderungen abwehren, eine Chance erhalten, gesunde Zähne zu bekommen. Natürlich gab und gibt es auch hier immer Ausnahmen. Das muss ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen. Dennoch nach meinem Gefühl deutlich zu wenige.

Mein Opa ist so krank, weil er immer ungesunde Süssigkeiten isst

Heute habe ich einen Satz gehört, den ich in diesem Blogpost erwähnen möchte. Derzeit leite ich einen Workshop mit Kindern zum Thema: Zahngesunde Süssigkeiten herstellen.

Die 12 zauberhaften Teilnehmer sind im Alter zwischen 9 und 11 Jahren. Wir bereiten eine Woche lang zahngesunde Süssigkeiten zu. Dazu gehören süsse Getränke, Kuchen, Eis, Pralinen, Schokolade, Marmelade, Erdnussbutter und Kekse. Allesamt aus meinen Rezeptbüchern „Vegane Süssigkeiten für gesunde Zähne“ und „Zauberhafte Rezepte für gesunde Zähne

Ich freue mich extrem über die Motivation dieser Kinder, deren Neugier, aber auch deren Wissen. Neben dem praktischen Teil, gebe ich den Kindern sehr viele Informationen zu gesunder, basenüberschüssiger Ernährung, aber auch zu Themen wie Zucker und gesunde Zucker-Alternativen. Wer glaubt, dass Kinder dumm und desinteressiert seien, hat weit gefehlt. Sie kennen viele Zusammenhänge viel genauer, als manch ein Erwachsener. Ich bin regelmäßig erstaunt über diese zauberhaften kleinen „Einsteins“.

Es ist so wichtig, dieses Wissen, das Gespür, die Intuition und Neugier unserer Kinder zu fördern und sie wachsen zu lassen. Denn sie würden so manches anders entscheiden, wenn unsere Erwachsenenwelt sie ließe oder weniger beeinflusste.

Ein Mädchen sagte heute zum Abschied: „Ich bin so froh, dass ich hier die Rezepte lerne. Dann kann ich meinem Opa endlich gesunde Süssigkeiten machen. Denn er ist sehr schwer krank, weil er immer ungesunde Süssigkeiten essen will.“

Wir sollten Vorbild sein
Durch das, was wir vorleben, unterstützen wir die guten Anlagen unserer Kinder. Ich bin sehr dankbar, selber Mutter von 4 wunderbaren Kindern zu sein, aber auch durch meinen Beruf immer wieder mit diesen genialen Geschöpfen in Kontakt zu kommen. Wenn wir uns nur ein wenig darauf einlassen, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen, dann kann sehr viel Gutes entstehen.

Herzlichst

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2 Kommentare

  • Hallo Frau Dr. Bender Gonser, werden sie mal eine „gesundes Zahnfleisch-challenge“ machen? Dafür interessiere ich mich sehr, weil ich seit vielen Jahren da Probleme habe und Antworten suche.

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    • Liebe Frau Westphal, die Kariesfrei Challenge ist für alle Symptome geeignet…. also auch für Zahnfleischprobleme. Ich freue mich, Sie dann im Herbst dabei zu haben. LG

      Antworten

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