Namibia-der Ort, an dem ich sterben möchte

Ich habe mich in Deutschland nie heimisch gefühlt.

Als ich im Alter von 7 Jahren nach Deutschland zog, fiel ich in eine depressive Verstimmung.

Geboren unter Palmen, spürte ich sehr schnell, dass Deutschland zu kalt für mich war.

Nicht nur in Bezug auf die Aussentemperatur, denn wir zogen im Februar von Kairo nach Emmelshausen (Hunsrück), als dort Winter herrschte.

Nein, auch emotional empfand ich Kälte in Deutschland.

Die Menschen unterschieden sich deutlich von den Ägyptern, ganz besonders im Umgang mit Kindern.

Als sieben Jährige spürte ich sehr schnell, dass ich mich unauffällig und leise, ganz einfach „GUT ERZOGEN“ verhalten sollte.

Im Einkaufsladen um die Ecke durfte ich nichts fragen, das wurde als vorlautes Verhalten bezeichnet, und schon gar nichts anfassen.

Aber genau das durfte ich in Kairo immer.

Das machte meine Mutter beim Einkaufen schliesslich auch; sie nahm jedes einzelne Gemüse oder Obst in die Hand, betrachtete es und legte es wieder zurück, wenn es ihr nicht gefiel.

Und wenn ich das nachahmte, freute sich der Verkäufer und schenkte mir  das Obst.

Kaum lebte ich in Deutschland wurde mir sehr unsanft beigebracht, dass ich am Besten so unauffällig wie möglich zu sein hatte.

OK!

Das Prinzip wendete ich schliesslich auch in der Schule an.

Ich meldete mich nicht zu Wort, ganz abgesehen davon, dass ich sowieso viel lieber vor mich hin träumte und dabei Palmen und Pyramiden malte.

Das kam bei meinem Lehrer  ganz und garnicht gut an.

Mein erstes deutsches Schulzeugnis dokumentiert mein schlechtes Verhalten; nämlich meine nicht vorhandene Mitarbeit und das unerlaubte Malen im Unterricht.

Ihr könnt euch vorstellen, wie verwirrt ich war.

Mir wurde schnell klar, dass ich nicht lange in Deutschland bleiben würde.

Die Jahre vergingen, ich wurde Erwachsen und machte mein Abitur.

All die Jahre hatte mich der eine Traum überleben lassen; der Traum davon, nach dem Abitur die ägyptische Staatsangehörigkeit anzunehmen und aus Deutschland zu verschwinden.

Als ich mich informierte, wurde mir klar, dass das nicht so einfach war, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Bevor ich die Staatsbürgerschaft annehmen konnte, musste ich zunächst 5 Jahre durchgängig in Ägypten leben und konnte mich dann erst bewerben.

Dann redeten meine Eltern und Freunde auf mich ein, dass das eine blöde Idee sei und ich in Deutschland viel bessere Bildungsmöglichkeiten hätte.

Letztendlich blieb ich und begann in Berlin zu studieren.

Ich startete mein Leben, wurde Zahnärztin, heiratete und bekam 4 Kinder.

Nebenbei machte ich mich selbstständig und erfüllte fleissig die Anforderungen, die mein Umfeld aber auch ich an mich stellte.

Dabei merkte ich nicht, wie ich mich immer mehr von meinem tiefen Bedürfnis entfernte, an einem warmen Ort zu leben, wo ich mich wohl fühlte.

Eines spürte ich aber ganz genau!

Immer wenn ich auf Reisen war und ganz besonders in warmen Ländern, ging es mir wunderbar!

Und dabei war es nicht nur die Aussentemperatur, die mich glücklich stimmte, sondern  die Wärme der  Menschen.

Was hat das nun alles mit Namibia zu tun?

Ich bin gerade aus dem Urlaub gekommen.

Zwei Wochen bin ich mit meinem Mann und meinen beiden jüngsten Töchtern durch den Norden Namibias gereist.

1989 war ich bereits mit meinen Eltern in Namibia und hatte das Land in sehr guter Erinnerung.

Aber diesmal ist es anders!

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich verändert habe, bewusster bin und mehr wahrnehme. Vor allem das, was meine innere Stimme zu mir sagt.

Ich meditiere seit über zwei Jahren jeden Morgen und das habe ich in Namibia auch gemacht.

An ganz besonderen Kraftplätzen in der Natur hielten wir an und ich meditierte.

Die ganze Kraft dieser magischen Orte floss in mich hinein.

Und davon gibt es unendlich Viele.

Eigentlich hätte ich alle 5-10 Minuten anhalten können, um zu meditieren und den Kraftort zu spüren.

Dieses Land ist atemberaubend.

Eine derartige Vielfalt an Naturschauplätzen, Tieren und Pflanzen habe ich selten erlebt.

Und ich bin viel in der Welt herumgekommen.

Es gab auch schon viele Orte von denen ich zurückkehrte und mir wünschte, dort einmal zu leben.

Wie oft lag ich meinem Mann in den Ohren auszuwandern…nach Abu Dhabi, nach Shanghai, nach Uruguay, nach Mallorca, in die USA.

Aber diesmal ist es anders!

Es ist, als hätte ich meinen Platz gefunden.

Unzählige Male habe ich auf dieser Reise Emotionen gespürt, die mich mit den Gefühlen aus meiner Kindheit verbunden haben.

Dieses sichere Gefühl, irgendwo hin zu gehören, angekommen zu sein, war sofort präsent.

Und interessanter Weise ging es meinem Mann und meinen Kindern genau so.

Zum ersten Mal fühlten wir alle eine tiefe Liebe zu einem Land und deren Bewohnern.

Als ich im Flugzeug saß und auf die Startbahn blickte, kam mir ein Gedanke:

„Born in Africa- died in Africa!“

Das soll einmal auf meinem Grabstein stehen.

Es ist, als hätte sich ein neuer Weg auf meinem Seelenweg entfaltet.

Ich weiss, wo es hingeht und laut meinem Lebensmotto “ Folge dir selbst“ werde ich diesen Weg einschlagen.

Wann ich ankomme wird sich herausstellen, aber in meinem inneren „Navi“ habe ich den Zielort bereits eingegeben.

Lasst euch nun von schönen Bildern inspirieren!

Folgt eurem Herzen und findet euren ganz individuellen Weg….egal, wie lange es dauert.

Der Weg ist das Ziel!

Von Herzen

Karin

https://youtu.be/PA9U5FQOjIQ

Herzlichst

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14 Kommentare

  • Das freut mich so sehr für dich! Soooo wunderbar, wenn die Seele das Gefühl hat so ganz tief anzukommen. Und die Bilder zu sehen und die Energie zwischen deinen Zeilen zu spüren berührt auch in mir etwas sehr, sehr Tiefes. So schön!

    Antworten
    • Liebe Maria, ich freue mich sehr, dass du dich auch berührt fühlst. Ich habe mir während deines Interviews zum “ Gespräche mit Göttinnen“- Kongress innerlich gewünscht, auch einen Platz zu finden, an dem ich richtig ankommen kann….so wie du im Allgäu! Einen Ort, an dem die Urkraft zu spüren ist. Für mich ist das jetzt Namibia. Danke für deinen Kommentar 🙂

      Antworten
  • Liebe Karin, danke für deinen Bericht. Ich möchte auch nie wieder zurück nach Deutschland. Ich bin da zwar geboren und aufgewachsen, aber mein Herz gehörte immer zu meiner zweiten Hälfte, nach Griechenland. Auf meinem Grabstein steht vielleicht mal: „In ihrer Heimat des Herzens gestorben und wieder auferstanden“.
    Ich freue mich vor allem, dass deine ganze Familie dasselbe spürt wie du. Ich hoffe, ihr könnt bald auswandern. Dann bekomme ich hoffentlich ein neues Reiseziel.
    Alles Liebe, N
    Nicki

    Antworten
    • Liebe Nicki, es ist wunderbar, dass du auch deinen Platz des Herzens gefunden hast. Wie schöne ist es, wenn wir uns über die ganze Welt verteilen und doch miteinander verbunden bleiben:-) Ich freue mich sehr darauf:-)

      Antworten
  • Liebe Karin,
    ich kann Dir so gut folgen.
    Geniese Deine Zeit in Afrika und
    Lass Dein Herz Dein Kompass sein.

    Herzliche Grüße
    von Herz zu Herz
    Heinrich mit Gisi

    Antworten
    • Ihr Lieben, ich danke euch von Herzen! Ja, mein Kompass ist nun ausgerichtet;-) und wird mich leiten. Liebste Grüsse Karin

      Antworten
  • LIebe Karin! DAnke für das teilen deiner tiefsten Glücksgefühle. Ich kann dich auch voll und ganz verstehen. Ich lebe seit 15 Jahren in Deutschland, aber ich fühle mich auch überhaupt nicht heimisch ( Ausnahme : unser Gospelchor). Ich habe ebenso die Weichen gestellt nach Ungarn, wann und wie wird sich noch zeigen. Alles Liebe! ZSuzsa .

    Antworten
    • Danke, liebe Zsuzsa! Ja, wir finden nun alle langsam aber sicher „nach Hause“:-) LG

      Antworten

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